Beweg­li­che Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens wer­den in der Regel gleich­mä­ßig ver­teilt über die betriebs­ge­wöhn­li­che Nut­zung abge­schrie­ben (= linea­re Abschrei­bung). Für die degres­si­ve Abschrei­bung, die zuletzt für die Anschaf­fung oder Her­stel­lung von beweg­li­chen Wirt­schafts­gü­tern des Anla­ge­ver­mö­gens bis zum 31.12.2022 ver­län­gert wur­de, gibt es im Ent­wurf des Wachs­tums­chan­cen­ge­set­zes nun einen neu­en Zeit­rah­men. Danach gilt die degres­si­ve Abschrei­bung (= degres­si­ve Buch­wert­ab­schrei­bung) steuerlich 

  • für beweg­li­che Wirt­schafts­gü­ter des Anlagevermögens,
  • die in der Zeit vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2022 und vom 1.10.2023 bis 31.12.2024 anschafft oder her­stellt wur­den bzw. werden,
  • in Höhe des 2,5-fachen der linea­ren Abschrei­bung bis maxi­mal 25%.

Im Jahr der Anschaf­fung oder Her­stel­lung wird die Abschrei­bung mit dem 2,5-fachen (maxi­mal 25%) der Anschaf­fungs- oder Her­stel­lungs­kos­ten berech­net und anschlie­ßend vom jewei­li­gen Buch­wert. Das bedeu­tet, dass die­se Abschrei­bungs­art am Anfang deut­lich höher aus­fällt als die linea­re Abschreibung.

Pra­xis-Bei­spiel:
Ein Unter­neh­mer schafft im Okto­ber 2023 einen Kopie­rer für net­to 4.900 € an, den er nach der amt­li­chen Abschrei­bungs­ta­bel­le über 7 Jah­re abschrei­ben muss. Die degres­si­ve Abschrei­bung beträgt 4.900 € : 7 Jah­re = 700 € x 2,5 = 1.750 €, maxi­mal 25% von 4.900 € = 1.225 €. 

Anschaf­fungs­kos­ten 2023 4.900,00 €
Abschrei­bung 25% von 4.900 € =  
1.225,00 € für 3 Monate = 306,25 €
Buch­wert am 31.12.2023 4.593,75 €
Abschrei­bung 2024: 4.593,75 € x 25% = 1.148,44 €
Buch­wert am 31.12.2024 3.445,31 €
Abschrei­bung 2025 861,33 €
Buch­wert 31.12.2025 2.583,98 € usw.

Für Wirt­schafts­gü­ter, die ein Unter­neh­mer in der Zeit vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2022 und vom 1.10.2023 bis 31.12.2024 anschafft oder her­stellt, hat er die Wahl zwi­schen linea­rer oder degres­si­ver Abschrei­bung. Hat er sich für

  • die linea­re Abschrei­bung ent­schie­den, ist ein nach­träg­li­cher Wech­sel von der linea­ren zur degres­si­ven Abschrei­bung nicht zulässig,
  • die degres­si­ve Abschrei­bung ent­schie­den, kann er jeder­zeit zur linea­ren Abschrei­bung wech­seln. Um das Wirt­schafts­gut voll­stän­dig abschrei­ben zu kön­nen, muss er sogar (spä­tes­tens im letz­ten Jahr der Nut­zungs­dau­er) zur linea­ren Abschrei­bung wechseln.

Bei Wirt­schafts­gü­tern, die in der Zeit vom 1.1.2020 bis zum 31.12.2022 und vom 1.10.2023 bis 31.12.2024 anschafft oder her­stellt wur­den oder wer­den, und bei denen der Unter­neh­mer die degres­si­ve Abschrei­bung wählt, ist es sinn­voll in dem Jahr zur linea­ren Abschrei­bung zu wech­seln, in dem die linea­re Abschrei­bung vor­teil­haf­ter ist. Die linea­re Abschrei­bung ist zu ermit­teln, indem der letz­te Buch­wert durch die ver­blei­ben­de Rest­lauf­zeit (Rest­nut­zungs­dau­er) geteilt wird.

Quelle:Sonstige | Gesetz­vor­ha­ben | Arti­kel 4 des Wachs­tums­chan­cen­ge­setz, § 7 Abs. 2 EStG | 31-08-2023