Das Finanz­ge­richt Müns­ter hat in sei­nem Beschluss vom 21.10.2024 ent­schie­den, dass der Ein­kom­men­steu­er­be­scheid für 2022 aus­ge­setzt wer­den muss, damit ein Ver­lust aus Gewer­be­be­trieb in Höhe von 1.074,99 € berück­sich­tigt wer­den kann. Hier­bei geht es um die Fra­ge, ob Aus­ga­ben für eine Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge auf einem pri­va­ten Ein­fa­mi­li­en­haus, die in frü­he­ren Jah­ren ent­stan­den sind, trotz einer ab 2022 gel­ten­den Steu­er­be­frei­ung abge­zo­gen wer­den können.

Pra­xis-Bei­spiel:
Der Steu­er­pflich­ti­ge erziel­te bis ein­schließ­lich 2021 Ein­künf­te aus sei­ner Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge und mach­te für 2022 einen Ver­lust gel­tend, der sich aus Steu­er­be­ra­tungs­kos­ten und Umsatz­steu­er­nach­zah­lun­gen für 2020 und 2021 zusam­men­setzt. Das Finanz­amt lehn­te die­sen Abzug mit der Begrün-dung ab, dass die Anla­ge ab 2022 gemäß § 3 Nr. 72 EStG steu­er­frei sei. Der Steu­er­pflich­ti­ge argu­men­tier­te jedoch, dass die Aus­ga­ben nicht im Zusam­men­hang mit den steu­er­frei­en Ein­nah­men ab 2022 ste­hen, son­dern mit den steu­er­pflich­ti­gen Ein­nah­men der Vorjahre.

Fazit: Das Finanz­ge­richt Müns­ter ent­schied, dass ernst­haf­te Zwei­fel an der Recht­mä­ßig­keit des Steu­er­be­scheids bestehen, da die Aus­ga­ben nicht in unmit­tel­ba­rem wirt­schaft­li­chem Zusam­men­hang mit den steu­er­frei­en Ein­nah­men ab 2022 ste­hen. Die Aus­ga­ben ent­stan­den durch den Betrieb der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge in den Jah­ren 2020 und 2021 und wären auch ohne die steu­er­frei­en Ein­nah­men ab 2022 ange­fal­len. Bei einer ande­ren Ent­schei­dung des Finanz­amts ist eine Aus­set­zung der Voll­zie­hung gerechtfertigt.

Quelle:Finanzgerichte | Beschluss | FG Müns­ter, 1 V 1757/24 E | 20-10-2024