Der Null­steu­er­satz für Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen ist gemäß § 12 Abs. 3 UStG anzu­wen­den, wenn der Lie­fe­rant dem Betrei­ber die Ver­fü­gungs­macht an einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge nach dem 31.12.2022 ver­schafft. Begüns­tigt ist also eine Lie­fe­rung bzw. Werk­lie­fe­rung ab dem 1.1.2023. Ent­schei­dend ist das Datum, an dem die Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge gelie­fert bezie­hungs­wei­se instal­liert wird. Liegt die­ses Datum nach dem 31.12.2022, fällt kei­ne Umsatz­steu­er an.

Hat der Unter­neh­mer vor dem 1.1.2023 Teil­ent­gel­te (Anzah­lun­gen etc.) für Lie­fe­run­gen oder Teil­leis­tun­gen in Rech­nung gestellt, die er nach dem 31.12.2022 aus­führt und die der Besteue­rung mit dem Null­steu­er­satz unter­lie­gen, muss der Null­steu­er­satz ange­wen­det wer­den. Hat der Unter­neh­mer also vor dem 1.1.2023 Ent­gel­te oder Teil­ent­gel­te für Leis­tun­gen bzw. Teil­leis­tun­gen ver­ein­nahmt, die er tat­säch­lich erst nach dem 31.12.2022 aus­führt, dann ist dar­auf ins­ge­samt der nach dem 31.12.2022 gel­ten­de Umsatz­steu­er­satz von 0% zu berechnen.

Das heißt, dass Umsatz­be­trä­ge, die bei der Abrech­nung von Ent­gel­ten (Vor­aus­zah­lun­gen bis 100%, Anzah­lun­gen usw.) vor dem 1.1.2023 zutref­fend aus­ge­wie­sen wur­den, somit nach­träg­lich kor­ri­giert wer­den müs­sen. Der Leis­tungs­emp­fän­ger muss dann, wenn er zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt ist, sei­nen Vor­steu­er­ab­zug korrigieren.

Pra­xis-Bei­spiel:
Der Lie­fe­rant einer Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge hat sei­nem Kun­den (dem künf­ti­gen Betrei­ber der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge) eine Gesamt­rech­nung mit Umsatz­steu­er in 2022 über­sandt. Die Lie­fe­rung und Instal­la­ti­on waren für 2022 ver­ein­bart. Die Lie­fe­rung und Instal­la­ti­on haben sich ver­zö­gert, die Ver­fü­gungs­macht an der Pho­to­vol­ta­ik­an­la­ge ging (anders als geplant) erst nach dem 31.12.2022 auf den Steu­er­pflich­ti­gen über.

Kon­se­quenz ist, dass zwin­gend der Null­steu­er­satz anzu­wen­den ist. Das bedeu­tet, dass die Abrech­nung nach­träg­lich unzu­tref­fend gewor­den ist. Die Rech­nung muss zwin­gend kor­ri­giert wer­den, weil es sich ansons­ten um einen unzu­tref­fen­den Aus­weis der Umsatz­steu­er handelt. 

Kon­se­quen­zen: Ob sich dadurch der ver­ein­bar­te Kauf­preis min­dert, hängt vom Ver­trag und den dar­in mit dem Ver­käu­fer im Ein­zel­fall getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen ab.

Quelle:Sonstige | Sons­ti­ge | FAQ auf der Sei­te des BMF | 22-06-2023