Die Umsatz­steu­er für Spei­sen (ohne Geträn­ke) in der Gas­tro­no­mie wur­de wäh­rend der Coro­na-Pan­de­mie befris­tet bis zum 31.12.2023 auf den ermä­ßig­ten Mehr­wert­steu­er­satz von 7% gesenkt. Seit dem 1.1.2024 bis zum 31.12.2025 gilt bzw. galt für Spei­sen und Geträn­ke der ein­heit­li­che Steu­er­satz von 19%. Durch das Steu­er­än­de­rungs­ge­setz 2025 wird nun­mehr ab 2026 die Umsatz­steu­er für Spei­sen (ohne Geträn­ke) wie­der auf 7% abge­senkt. Da der ermä­ßig­te Steu­er­satz nur für Spei­sen, nicht aber für Geträn­ke gilt

  • ver­zehrt der Gast alle Spei­sen mit 7% und
  • nimmt die Geträn­ke mit 19% Umsatz­steu­er zu sich.

Das, was der Gast ver­zehrt, muss in den Bewir­tungs­quit­tun­gen nach Steu­er­sät­zen getrennt aus­ge­wie­sen wer­den. Die­se Tren­nung ist regel­mä­ßig nicht mög­lich, wenn der Gas­tro­no­mie­be­trieb Kom­bi­na­ti­ons­an­ge­bo­te aus Spei­sen und Geträn­ken anbie­tet, wie z. B. bei einem Brunch, Buf­fet oder All- Inclu­si­ve-Ange­bot. Die Finanz­ver­wal­tung lässt eine pau­scha­le Auf­tei­lung zu, wonach der Ent­gelt­an­teil, der auf die Geträn­ke ent­fällt, mit 30% des Pau­schal­prei­ses ange­setzt wer­den kann. Bei einem Pau­schal­preis für Über­nach­tun­gen mit Früh­stück kann der Ent­gelt­an­teil, der mit 19% anzu­set­zen ist, mit 15% des Pau­schal­prei­ses als Ser­vice­pau­scha­le bzw. als Busi­ness-Packa­ge berech­net werden.

Pra­xis-Bei­spiel:
Ein Restau­rant bie­tet einen Sonn­tags­brunch an, der pro Per­son ein­schließ­lich Geträn­ke 44,00 € kos­tet. Bei die­sem Ange­bot kann der Restau­rant­in­ha­ber nicht fest­stel­len, wie­viel der jewei­li­ge Teil­neh­mer an Spei­sen ver­zehrt und wel­che und wie vie­le Geträn­ke er zu sich nimmt.

Lösung: Der Restau­rant­in­ha­ber kann den Geträn­ke­an­teil mit 30% des Pau­schal­prei­ses anset­zen. Das sind 44,00 € x 30% = 13,20 €. Somit ent­fal­len für die Zeit ab dem 1.1.2026 auf die

  • Spei­sen    28,79 € net­to + 2,01 Umsatz­steu­er = 30,80 € brutto
  • Geträn­ke  11,09 € net­to + 2,11 Umsatz­steu­er = 13,20 € brutto

Kon­se­quenz: Immer dann, wenn sich bei der Abga­be zu einem Gesamt­preis die Antei­le von Spei­sen und Geträn­ken nicht tren­nen las­sen, kann der Geträn­ke­an­teil pau­schal mit 30% ange­setzt werden.

Restau­rant- und Ver­pfle­gungs­dienst­leis­tun­gen in der Nacht vom 31.12.2025 zum 1.1. 2026: Zur Ver­mei­dung von Über­gangs­schwie­rig­kei­ten wird es nicht bean­stan­det, dass auf Restau­rant- und Ver­pfle­gungs­dienst­leis­tun­gen, die in der Nacht vom 31.12.2025 zum 1.1.2026 aus­ge­führt wer­den, der bis zum 31.12.2025 gel­ten­de Regel­steu­er­satz von 19% ange­wandt wird.

Quelle:BMF-Schreiben | Ver­öf­fent­li­chung | III C 2 – S 7220/00023/014/027 | 21-12-2025