Das Finanz­ge­richt Köln hat ent­schie­den, dass Ein­künf­te aus dem Kryp­to-Len­ding von Bit­co­ins kei­ne Kapi­tal­ein­künf­te sind und daher dem per­sön­li­chen Steu­er­satz unterliegen.

Pra­xis-Bei­spiel:
Der Klä­ger hat Ein­künf­te aus dem Kryp­to-Len­ding in Form von Bit­co­ins erzielt. Er stell­te Bit­co­ins für einen bestimm­ten Zeit­raum ande­ren Nut­zern über ent­spre­chen­de Platt­for­men dar­le­hens­wei­se zur Ver­fü­gung und erhielt hier­für eine zuvor fest­ge­leg­te Ver­gü­tung. Das Finanz­amt qua­li­fi­zier­te die Ver­gü­tung als sons­ti­ge Ein­künf­te nach § 22 Nr. 3 EStG und unter­warf sie dem per­sön­li­chen Steu­er­satz des Klä­gers. Der Klä­ger ist der Auf­fas­sung, dass es sich um Kapi­tal­ein­künf­te han­delt, die mit dem Abgel­tungs­steu­er­satz und nicht mit dem per­sön­li­chen Steu­er­satz zu besteu­ern sind.

Kryp­tower­te sind kei­ne gesetz­li­chen Zah­lungs­mit­tel
Das Finanz­ge­richt Köln bestä­tig­te die Auf­fas­sung des Finanz­amts und begrün­de­te sei­ne Ent­schei­dung damit, dass es sich beim Kryp­to-Len­ding nicht um eine Kapi­tal­for­de­rung han­delt, die auf die Zah­lung von Geld gerich­tet ist. Das Finanz­ge­richt wies zwar dar­auf hin, dass Kryp­tower­te zuneh­mend als Zah­lungs­mit­tel akzep­tiert wer­den, jedoch aktu­ell kein gesetz­li­ches Zah­lungs­mit­tel dar­stel­len. Eine blo­ße Ähn­lich­keit zu gesetz­li­chen Zah­lungs­mit­teln zwin­ge nach Über­zeu­gung des Finanz­ge­richts nicht dazu, den Begriff der Kapi­tal­for­de­rung auf Kryp­to­wäh­run­gen gene­rell auszudehnen.

Wich­tig! Das Finanz­ge­richt hat die Revi­si­on wegen grund­sätz­li­cher Bedeu­tung gemäß § 115 Abs. 2 Nr. 1 FGO zuge­las­sen, weil bis­her noch kei­ne höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung zu der Fra­ge vor­liegt, wel­cher Ein­kunfts­art Erträ­ge aus dem Kryp­to-Len­ding zuzu­ord­nen sind.

Fazit: In ver­gleich­ba­ren Situa­tio­nen soll­te Ein­spruch ein­ge­legt und bean­tragt wer­den, das Ein­spruchs­ver­fah­ren ruhen zu las­sen, bis der BFH über die Revi­si­on ent­schie­den hat.

Quelle:Finanzgerichte | Urteil | FG Köln, 3 K 194/23 | 29-01-2026