Durch Bil­dung und Auf­lö­sung eines Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trags kann ein gering­wer­ti­ges Wirt­schafts­gut entstehen.

Pra­xis-Bei­spiel:
Ein Unter­neh­mer hat 2024 für die Anschaf­fung eines Akten­schranks einen Inves­ti­ti­ons­ab­zugs­be­trag gebil­det (vor­aus­sicht­li­che Anschaf­fungs­kos­ten von 1.200 € (net­to) × 50% = 600 €). Er schafft den Akten­schrank am 3.1.26 für brut­to 1.428 € an. Er rech­net wie folgt:

Brut­to­be­trag

1.428,00 €

abzüg­lich Umsatz­steu­er (Vor­steu­er)

228,00 €

Net­to­be­trag 

1.200,00 €

abzüg­lich Investitionsabzugsbetrag

600,00 €

maß­ge­ben­de Anschaffungskosten

600,00 €

Kon­se­quenz: Die Anschaf­fungs­kos­ten über­schrei­ten nicht den gel­ten­den Grenz­wert von 800 €, sodass der Unter­neh­mer den Akten­schrank sofort als gering­wer­ti­ges Wirt­schafts­gut abschrei­ben darf.

Es dür­fen nur beweg­li­che Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens als gering­wer­ti­ge Wirt­schafts­gü­ter behan­delt wer­den. Unbe­weg­li­che Wirt­schafts­gü­ter, wie z. B. Gebäu­de­tei­le, An- und Aus­bau­ten, Platz­be­fes­ti­gun­gen, Laden­ein­bau­ten, und imma­te­ri­el­le Wirt­schafts­gü­ter dür­fen nicht ein­be­zo­gen wer­den. Aus­nah­me: Soft­ware, die net­to ohne Umsatz­steu­er nicht mehr als 800 € kos­tet, wird als beweg­li­ches (mate­ri­el­les) Wirt­schafts­gut behan­delt. Nur selb­stän­dig nutz­ba­re Wirt­schafts­gü­ter dür­fen sofort abge­schrie­ben wer­den. Damit schei­den die Wirt­schafts­gü­ter aus, die nur zusam­men mit ande­ren Wirt­schafts­gü­tern genutzt wer­den können.

Wich­tig: Soft­ware­pro­duk­te sind in der Regel als imma­te­ri­el­le Wirt­schafts­gü­ter ein­zu­stu­fen, sodass eine Zuord­nung zu den gering­wer­ti­gen Wirt­schafts­gü­tern aus­schei­det. Aller­dings lässt R 5.5 Abs 1 EStR eine Aus­nah­me bei Tri­vi­al­soft­ware zu: Soft­ware bis zum Grenz­wert von 800 € wird als mate­ri­el­les Wirt­schafts­gut eingestuft.

Quelle:EStG | Gesetz­li­che Rege­lung | §7g | 12-02-2026