Mit­glieds­bei­trä­ge eines Sport­ver­eins, die im Aus­tausch für sport­be­zo­ge­ne Leis­tun­gen an sei­ne Mit­glie­der erho­ben wer­den, unter­lie­gen der Umsatz­steu­er. Frag­lich ist, in wel­chem Umfang die­se von der Umsatz­steu­er befreit sein kön­nen. Der BFH kommt in einem aktu­el­len Urtail zu dem Schluss, dass sol­che Bei­trä­ge grund­sätz­lich als Gegen­leis­tung zu qua­li­fi­zie­ren sind und daher umsatz­steu­er­pflich­tig sein kön­nen. Aller­dings besteht Unklar­heit dar­über, ob die­se Leis­tun­gen als ein­heit­li­che Gesamt­leis­tung oder als meh­re­re eigen­stän­di­ge Teil­leis­tun­gen ange­se­hen wer­den müs­sen. Fazit: Die­ser Punkt muss geprüft wer­den, eben­so wie die Anwen­dung von Steu­er­be­frei­un­gen, sodass eine wei­te­re Prü­fung durch das Finanz­ge­richt erfor­der­lich ist.

Zudem hebt der BFH die Bedeu­tung einer engen Aus­le­gung der Steu­er­be­frei­un­gen und die Über­ein­stim­mung mit dem EU-Recht her­vor. Der BFH weist dar­auf hin, dass die natio­na­le Gesetz­ge­bung mög­li­cher­wei­se ange­passt wer­den muss, um mehr Rechts­si­cher­heit hin­sicht­lich der steu­er­li­chen Behand­lung von Sport­ver­ei­nen zu schaf­fen. Der BFH kri­ti­siert ins­be­son­de­re, dass die aktu­el­le Ver­wal­tungs­pra­xis nicht mit den euro­päi­schen Vor­schrif­ten und der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung über­ein­stimmt. Dies führt dazu, dass es für Sport­ver­ei­ne schwie­rig ist, ihre umsatz­steu­er­li­chen Ver­pflich­tun­gen voll­stän­dig zu ver­ste­hen und zu erfüllen.

Fazit: Da der BFH den Urteils­fall zur wei­te­ren Klä­rung und Beur­tei­lung an das Finanz­ge­richt zurück­ver­wie­sen hat, ist es sinn­voll, Ein­spruch ein­zu­le­gen und eine Aus­set­zung des Ein­spruchs­ver­fah­rens zu bean­tra­gen, bis die Rechts­la­ge geklärt ist.

Quelle:BFH | Urteil | V R 4/23 | 12-11-2025