Das Steuer­fort­ent­wick­lungs­ge­setz, dem der Bun­des­rat am 20.12.2024 zuge­stimmt hat, ent­hält Erhö­hun­gen für die Jah­re 2025 und 2026 für

  • die steu­er­li­che Frei­stel­lung des Existenzminimums,
  • das Kin­der­geld und
  • den Kin­der­frei­be­trag.

Die ande­ren, ursprüng­lich vor­ge­se­hen Geset­zes­än­de­run­gen im Ent­wurf des Steuer­fort­ent­wick­lungs­ge­set­zes wur­den nicht umge­setzt. Wie z. B. die umstrit­te­ne Anzei­ge­pflicht für inner­staat­li­che Steu­er­ge­stal­tun­gen. Das Geset­zes­vor­ha­ben in der Beschluss­fas­sung des Bun­des­ta­ges vom 19.12.2024 ist auf die Absen­kun­gen der Ein­kom­men­steu­er­ta­ri­fe und die Erhö­hung des Kin­der­gelds redu­ziert wor­den. Der Bun­des­rat hat am 20.12.2024 zuge­stimmt, sodass das Gesetz nun ver­kün­det wer­den kann.

Anpas­sun­gen der Ein­kom­men­steu­er­ta­ri­fe 2025 und 2026
Die Anpas­sun­gen der Ein­kom­men­steu­er­ta­ri­fe sol­len zum einen die ver­fas­sungs­recht­lich zwin­gend erfor­der­li­che Frei­stel­lung des Exis­tenz­mi­ni­mums sicher­stel­len. Sie sol­len außer­dem – ins­be­son­de­re bei klei­ne­ren und mitt­le­ren Ein­kom­men – eine pro­gres­si­ons­be­dingt höhe­re Ein­kom­men­be­steue­rung ver­hin­dern. Daher ergibt sich ins­ge­samt für die Ver­an­la­gungs­zeit­räu­me (VZ) 2024 bis 2026 fol­gen­des Bild (der Tarif für den VZ 2024 folgt aus dem "Gesetz zur steu­er­li­chen Frei­stel­lung des Exis­tenz­mi­ni­mums 2024"):

  2024 2025 2026
Grund­frei­be­trag 11.784 € 12.096 € 12.348 €
Kin­der­geld 250 € 255 €  259 €
Kin­der­frei­be­trag 6.612 € 6.672 € 6.828 €

Die Rege­lung zur Anhe­bung der Frei­gren­zen beim Soli­da­ri­täts­zu­schlag wird für 2025 von 18.130 € auf 19.950 € und für 2026 auf 20.350 € erhöht.

Außer­dem wur­de gere­gelt, dass das Kin­der­geld ab 2026 regel­mä­ßig ent­spre­chend der pro­zen­tua­len Ent­wick­lung der Frei­be­trä­ge für Kin­der ange­passt wird. Die kon­kre­te Höhe des monat­li­chen Kin­der­gelds soll aber wei­ter­hin betrags­mä­ßig aus­ge­wie­sen werden. 

Gestri­che­ne Maß­nah­men: Fol­gen­de Maß­nah­men waren noch im ursprüng­li­chen Gesetz­ent­wurf ent­hal­ten und wer­den nicht mehr durch das Steuer­fort­ent­wick­lungs­ge­setz umgesetzt:

  • Ver­ein­fa­chun­gen bei gering­wer­ti­gen Wirt­schafts­gü­tern (GWG) und Sam­mel­pos­ten (§ 6 Abs. 2a EStG),
  • Ver­län­ge­rung der degres­si­ven AfA für beweg­li­che Wirt­schafts­gü­ter des Anla­ge­ver­mö­gens, die nach dem 31.12.2024 und vor dem 1.1.2029 ange­schafft oder her­ge­stellt wor­den sind, (§ 7 Abs. 2 EStG),
  • Die zwin­gen­de Anwen­dung des Fak­tor­ver­fah­rens statt der Steu­er­klas­sen 3 und 5 (§§ 38b, 39 Abs. 4, 39a Abs. 1, 39b Abs. 2, 39e Abs 1a, 39g und 39g EStG),
  • Abschaf­fung der Pflicht zur zeit­na­hen Mit­tel­ver­wen­dung bei steu­er­be­güns­tig­ten Kör­per­schaf­ten (§ 55 Abs. 1 Nr. 5 AO),
  • Poli­ti­sche Betä­ti­gung steu­er­be­güns­tig­ter Kör­per­schaf­ten (§ 58 Nr. 11 AO),
  • Ergän­zung des Begriffs der Selbst­ver­sor­gungs­ein­rich­tun­gen um Pho­to­vol­ta­ik­an­la­gen (§ 68 Nr. 2 Buchst. b AO),
  • Anzei­ge­pflicht für inner­staat­li­che Steu­er­ge­stal­tun­gen (§§ 138l, 138m, 138n AO),
  • Anhe­bung des Bemes­sungs­grund­la­gen­höchst­be­trags bei der For­schungs­zu­la­ge (§ 3 Abs. 5 FZulG).
Quelle:Sonstige | Geset­zes­än­de­rung | Steuer­fort­ent­wick­lungs­ge­setz, Bun­des­rat | 19-12-2024