Das Finanz­ge­richt Düs­sel­dorf hat ent­schie­den, dass eine vom nie­der­län­di­schen „Alge­meen Bur­ger­li­jk Pen­sioen­fonds“ gezahl­te Alters­ren­te im Rah­men des Pro­gres­si­ons­vor­be­halts mit dem Besteue­rungs­an­teil anzu­set­zen ist.

Pra­xis-Bei­spiel:
Das Finanz­ge­richt hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob eine Alters­ren­te von einem nie­der­län­di­schen Pen­si­ons­fonds im Rah­men des Pro­gres­si­ons­vor­be­halts mit dem Besteue­rungs­an­teil in Höhe von 70% oder ledig­lich mit dem Ertrags­an­teil in Höhe von 18% der Pen­si­on zu berück­sich­ti­gen ist. Der Klä­ger wohnt in Deutsch­land und ist nie­der­län­di­scher Staats­an­ge­hö­ri­ger. Er war in der Ver­gan­gen­heit als Berufs­sol­dat beim nie­der­län­di­schen Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­um beschäf­tigt und ist mitt­ler­wei­le im Ruhe­stand. Er bezieht u.a. eine Pen­si­on von einem nie­der­län­di­schen Pen­si­ons­fonds („Alge­meen Bur­ger­li­jk Pen­sioen­fonds“). Das deut­sche Finanz­amt war der Ansicht, dass bei der Ermitt­lung des beson­de­ren Steu­er­sat­zes (= sog. Pro­gres­si­ons­vor­be­halt) die Pen­si­on mit dem Besteue­rungs­an­teil und nicht ledig­lich mit dem Ertrags­an­teil zu berück­sich­ti­gen ist.

Das Finanz­ge­richt folg­te der Auf­fas­sung der Finanz­ver­wal­tung und wies die Kla­ge ab. Die Pen­si­ons­zah­lun­gen sind nach dem Dop­pel­be­steue­rungs­ab­kom­men (DBA) aus­schließ­lich in den Nie­der­lan­den steu­er­bar. Gleich­wohl sind die­se Ein­künf­te im Rah­men des Pro­gres­si­ons­vor­be­halts bei der Besteue­rung nach deut­schem Ein­kom­men­steu­er­recht zu berück­sich­ti­gen. Bei den Zah­lun­gen han­delt es sich um eine nie­der­län­di­sche betrieb­li­che Alters­ver­sor­gung, die dem Pro­gres­si­ons­vor­be­halt unterliegt.

Leib­ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung: Das Finanz­ge­richt begrün­det sei­ne Ent­schei­dung damit, dass die Alters­ein­künf­te bei rechts­ver­glei­chen­der Qua­li­fi­zie­rung als Leib­ren­ten aus der gesetz­li­chen Ren­ten­ver­si­che­rung anzu­se­hen sei­en. Es ver­gleicht die wesent­li­chen Cha­rak­te­ris­ti­ka die­ser Ein­künf­te im Sys­tem der deut­schen Alters­ver­sor­gung mit jenen des nie­der­län­di­schen drei Säu­len- bzw. Schich­ten-Sys­tems und folgt damit zugleich der ent­spre­chen­den Ein­ord­nung durch die Sozialgerichtsbarkeit.

Hin­weis: Der BFH hat bereits ent­schie­den, wann eine aus­län­di­sche Alters­ren­te als eine Ren­te im Sin­ne des § 22 Nr. 1 Satz 3 Buchst. a Dop­pel­buchst. aa EStG ver­gleich­bar ange­se­hen wer­den kann. Die­se Ent­schei­dun­gen sind bis­her zu den däni­schen bzw. schwei­ze­ri­schen Alters­ren­ten ergan­gen. Eine höchst­rich­ter­li­che Recht­spre­chung zur Ver­gleich­bar­keit mit einer nie­der­län­di­schen Ren­te liegt dage­gen noch nicht vor. Das Finanz­ge­richt hat daher die Revi­si­on zuge­las­sen, die beim BFH unter dem Az. X R 14/25 anhän­gig ist.

Quelle:Finanzgerichte | Ent­schei­dung | FG Düs­sel­dorf, 10 K 976/25 E | 04-05-2026