Nach Auf­fas­sung des Finanz­ge­richts Düs­sel­dorf han­delt es sich bei einem Aus­rüs­ter- und Wer­be­ver­trag eines jun­gen Pro­fi­fuß­bal­lers nicht um eine gewerb­li­che Tätig­keit, son­dern um Ein­nah­men, die den sons­ti­ge Ein­künf­ten gemäß § 22 Nr. 3 EStG zuzu­ord­nen sind. Das Finanz­ge­richt hat des­halb den Gewer­be­steu­er­mess­be­scheid ersatz­los auf­ge­ho­ben. Im Übri­gen bleibt es bei der ein­kom­men­steu­er­li­chen Erfas­sung der Zah­lun­gen als sons­ti­ge Ein­künf­te. Eine begehr­te Abschrei­bung auf den Teil­wert des kom­mer­zia­li­sier­ba­ren Teils des Namens­rechts lehnt das Gericht ab.

Pra­xis-Bei­spiel: 
Ein jun­ger Pro­fi­fuß­bal­ler schließt mit einem Sport­ar­ti­kel­her­stel­ler einen mehr­jäh­ri­gen Aus­rüs­ter und Wer­be­ver­trag. Er erhält zum einen kos­ten­lo­se Sport­aus­rüs­tung, zum ande­ren Prä­mi­en­zah­lun­gen für bestimm­te sport­li­che Erfol­ge (Ein­sät­ze, Tore etc.). Das Finanz­amt qua­li­fi­ziert die Ein­nah­men als gewerb­li­che Ein­künf­te und setzt Gewer­be­steu­er fest. Der Spie­ler begehrt – aus­ge­hend von einem (ver­meint­lich) gewerb­li­chen Betrieb – zusätz­lich die ertrag­steu­er­li­che Gel­tend­ma­chung sei­nes Namens­rechts durch Teilwertabschreibung.

Das Finanz­ge­richt sieht in den Leis­tungs­prä­mi­en kei­ne gewerb­li­chen Ein­künf­te nach § 15 EStG, son­dern sons­ti­ge Ein­künf­te nach § 22 Nr. 3 EStG. Maß­geb­lich sei, dass die Prä­mi­en aus­schließ­lich für sport­li­che Leis­tun­gen gezahlt wor­den sei­en, nicht für eigen­stän­di­ge Wer­be­tä­tig­kei­ten oder das Tra­gen bestimm­ter Pro­duk­te. Die kos­ten­lo­se Über­las­sung von Sport­ar­ti­keln wer­tet das Gericht als Bereit­stel­lung von Arbeits­mit­teln ohne Ver­gü­tungs­cha­rak­ter und damit nicht als steu­er­pflich­ti­ge Betriebs­ein­nah­men. Zwar kön­ne die Funk­ti­on als „Mar­ken­bot­schaf­ter“ im Grund­satz eine gewerb­li­che Tätig­keit begrün­den, im kon­kre­ten Fall feh­le es jedoch an einer eigen­stän­di­gen, auf Gewinn­erzie­lung gerich­te­ten gewerb­li­chen Betä­ti­gung des Spie­lers neben sei­ner sport­li­chen Tätig­keit. Man­gels Gewer­be­be­trieb schei­det auch eine Ein­la­ge und Abschrei­bung des Namens­rechts nach § 6 Abs. 1 Nr. 5 EStG aus.

Tipp: Pro­fi­sport­ler und Bera­ter soll­ten Wer­be- und Aus­rüs­ter­ver­trä­ge genau dar­auf­hin prü­fen, ob tat­säch­lich eigen­stän­di­ge Wer­be­leis­tun­gen (z. B. Wer­be­shoo­tings, Social-Media-Kam­pa­gnen, Auf­trit­te) im Vor­der­grund ste­hen oder ob fak­tisch sport­li­che Leis­tun­gen ver­gü­tet wer­den. Wer­den Zah­lun­gen – wie hier – im Wesent­li­chen an sport­li­che Erfol­ge geknüpft, spricht viel für sons­ti­ge Ein­künf­te nach § 22 Nr. 3 EStG und gegen eine Gewer­be­steu­er­pflicht. Für die Pra­xis bedeu­tet das Urteil zugleich eine War­nung vor „Steu­er­ge­stal­tungs­mo­del­len“, bei denen das Namens- und Per­sön­lich­keits­recht jun­ger Spie­ler früh­zei­tig kapi­ta­li­siert und in ein (ver­meint­li­ches) Gewer­be ein­ge­legt wer­den soll. Ohne klar abgrenz­ba­re gewerb­li­che Ver­mark­tungs­tä­tig­keit fehlt die Basis für Abschrei­bun­gen oder wei­te­re gewerb­li­che Gestaltungen.

Quelle:Finanzgerichte | Urteil | FG Düs­sel­dorf, 10 K 48/25 E, G; NZB BFH X B 40/26 | 30-03-2026