Bil­det das Arbeits­zim­mer den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung kön­nen ent­we­der die tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen, die auf das häus­li­che Arbeits­zim­mer ent­fal­len, abge­zo­gen wer­den oder anstel­le der tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen ein pau­scha­ler Betrag von 1.260 € (Jah­res­pau­scha­le). Für jeden vol­len Kalen­der­mo­nat, in dem die Vor­aus­set­zun­gen nicht vor­lie­gen, ermä­ßigt sich der Betrag von 1.260 € um ein Zwölftel.

Es kommt also ent­schei­dend dar­auf an, wo sich der Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung befin­det. Ein häus­li­ches Arbeits­zim­mer bil­det den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung des Steu­er­pflich­ti­gen, wenn nach dem Gesamt­bild der Ver­hält­nis­se dort die Hand­lun­gen vor­ge­nom­men und Leis­tun­gen erbracht wer­den, die für die kon­kret aus­ge­üb­te betrieb­li­che oder beruf­li­che Tätig­keit wesent­lich und prä­gend sind. Dabei sind nur sol­che Ein­künf­te zu berück­sich­ti­gen, die grund­sätz­lich ein Tätig­wer­den des Steu­er­pflich­ti­gen im jewei­li­gen Ver­an­la­gungs­zeit­raum erfor­dern, z. B. bei Ein­künf­ten aus Ver­mie­tung und Verpachtung.

Pra­xis-Bei­spiel:
Ein Rent­ner bzw. pen­sio­nier­ter Beam­ter ist jour­na­lis­tisch und schrift­stel­le­risch für ver­schie­de Ver­la­ge tätig. Sei­ne Ren­te bzw. Pen­si­on ist bei den sons­ti­gen Ein­künf­ten bzw. bei den Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit zu erfas­sen. Sei­ne frei­be­ruf­li­che schrift­stel­le­ri­sche und jour­na­lis­ti­sche Tätig­keit übt er im häus­li­chen Arbeits­zim­mer aus. Er kann sei­ne tat­säch­li­chen Auf­wen­dun­gen, die auf das häus­li­che Arbeits­zim­mer ent­fal­len, oder einen pau­scha­lem Jah­res­be­trag von 1.260 € als Betriebs­aus­ga­ben gel­tend machen, weil das häus­li­che Arbeits­zim­mer den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung ist.

Fazit: Da Ver­sor­gungs­be­zü­ge (wie z. B. Ren­ten oder Pen­sio­nen) unbe­rück­sich­tigt blei­ben, bil­det das häus­li­che Arbeits­zim­mer den Mit­tel­punkt der gesam­ten betrieb­li­chen und beruf­li­chen Betä­ti­gung, sodass der Betriebs­aus­ga­ben­ab­zug nicht ein­ge­schränkt ist.

Quelle:BMF-Schreiben | Ver­öf­fent­li­chung | IV C 6 – S 2145/19/10006 :027 | 16-08-2023