Die Bun­des­re­gie­rung hat ver­kün­det, dass die Ener­gie­steu­er bei Die­sel und Ben­zin – befris­tet für zwei Mona­te – um jeweils cir­ca 17 Cent brut­to pro Liter gesenkt wird. Fak­tisch wer­den die Ener­gie­steu­er­sät­ze für Die­sel und Ben­zin aller­dings nur um 14,04 Cent pro Liter gesenkt wer­den. Da die Ener­gie­steu­er in den Ben­zin­preis ein­fließt, erhöht die­se auto­ma­tisch die Bemes­sungs­grund­la­ge für die Umsatz­steu­er. Bei einer Sen­kung der Ener­gie­steu­er um 14,04 Cent redu­ziert sich damit die Umsatz­steu­er (auf­ge­run­det) um 2,67 Cent. Es han­delt sich also defac­to nicht um eine Ener­gie­steu­er­sen­kung um jeweils cir­ca 17 Cent je Liter.

Tat­sa­che ist, dass die Ener­gie­steu­er­sät­ze für die Kraft­stof­fe (Die­sel und Ben­zin) in der Zeit vom 1.5.2026 bis 30.6.2026 sin­ken sol­len. Auch für Kraft­stof­fe, die wie Die­sel und Ben­zin ver­steu­ert wer­den (soge­nann­te gleich­ge­stell­te Äqui­va­len­te), sin­ken die Steu­er­sät­ze. Die Ener­gie­steu­er­sät­ze für Die­sel und Ben­zin wer­den also befris­tet für zwei Mona­te um 14,04 Cent pro Liter gesenkt. Durch die nied­ri­ge­ren Ener­gie­steu­er­sät­ze redu­ziert sich auch der Anteil der Umsatz­steu­er am Tank­stel­len­preis. Im Ergeb­nis sum­miert sich die Steu­er­sen­kung auf cir­ca 17 Cent pro Liter. Fazit: Für Unter­neh­men, die zum Vor­steu­er­ab­zug berech­tigt sind, redu­ziert sich die end­gül­ti­ge Ent­las­tung auf ledig­lich 14,04 Cent.

Begrün­dung der Bun­des­re­gie­rung: Die Ener­gie­steu­er auf Kraft­stof­fe wird befris­tet gesenkt, weil die Kraft­stoff­prei­se seit dem 28.2.2026 auf­grund der aktu­el­len Kri­se sprung­haft gestie­gen sind. Daher soll ein Teil die­ses Anstiegs und damit der Belas­tung der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger sowie der Wirt­schaft, ins­be­son­de­re im Hand­werk und in der Logis­tik­bran­che, durch eine Sen­kung der Ener­gie­steu­er für Die­sel und Ben­zin abge­fe­dert wer­den. Gleich­wohl kann das Gesche­hen auf den Welt­märk­ten nicht voll­stän­dig oder dau­er­haft durch staat­li­che Maß­nah­men aus­ge­gli­chen wer­den. Für die Zukunft gilt es daher umso mehr, die Abhän­gig­kei­ten von fos­si­len Kraft­stof­fen durch den Aus­bau erneu­er­ba­rer Ener­gien sowie den schnel­le­ren Umstieg auf die E-Mobi­li­tät zu verringern.

Zeit­punkt der Sen­kung: Für die Sen­kung der Ener­gie­steu­er­sät­ze für Die­sel und Ben­zin bedarf es einer gesetz­li­chen Rege­lung. Hier­für braucht es einen gewis­sen Vor­lauf. Dar­über hin­aus soll die Sen­kung büro­kra­tie­arm und daher zu Beginn eines Kalen­der­mo­nats erfol­gen. Die Ener­gie­steu­er ist ledig­lich ein Preis­be­stand­teil des Kraft­stoff­prei­ses. Es obliegt daher den Kraft­stoff­lie­fe­ran­ten, die gerin­ge­re Steu­er­be­las­tung an die End­kun­den weiterzugeben.

Steu­er­be­güns­ti­gun­gen von Unter­neh­men im Ener­gie­steu­er­recht: Steu­er­be­güns­ti­gun­gen für Unter­neh­men im Ener­gie­steu­er­recht blei­ben bestehen, soweit die euro­päi­schen Min­dest­steu­er­sät­ze dadurch ein­ge­hal­ten wer­den. Eine Anpas­sung der ent­spre­chen­den Antrags­for­mu­la­re erfolgt zeitnah.

Quelle:Sonstige | Gesetz­vor­ha­ben | BT Druck­sa­che | 23-04-2026