Die im Kauf­ver­trag fest­ge­leg­te Auf­tei­lung des Kauf­prei­ses zwi­schen Grund und Boden und Gebäu­de ist regel­mä­ßig als Grund­la­ge für die Besteue­rung her­an­zu­zie­hen. Das gilt nur dann nicht, wenn durch die­se Auf­tei­lung die tat­säch­li­chen Wert­ver­hält­nis­se grund­le­gend ver­zerrt wer­den und die­se sich als wirt­schaft­lich unhalt­bar erweisen.

Pra­xis-Bei­spiel:
Das Finanz­amt hat­te die im nota­ri­el­len Ver­trag fest­ge­leg­te Kauf­preis­auf­tei­lung nicht aner­kannt. Es leg­te auf Basis einer Schät­zung einen nied­ri­ge­ren Wert für das Gebäu­de zugrunde.

Das Finanz­ge­richt Mün­chen ent­schied jedoch, dass die ver­trag­lich ver­ein­bar­te Auf­tei­lung des Kauf­prei­ses ange­mes­sen und pas­send ist. Die Abwei­chung zwi­schen dem ver­trag­lich fest­ge­leg­ten Wert und dem Wert gemäß einem Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­ten betrug weni­ger als 10%. Eine der­art gerin­ge Dif­fe­renz hat das Finanz­ge­richt als ver­nach­läs­sig­bar ange­se­hen. Damit erhöh­te sich die Abschrei­bungs­grund­la­ge für das Gebäu­de, was in einer höhe­ren Abschrei­bung und zu einer Redu­zie­rung der steu­er­pflich­ti­gen Ein­künf­te aus Ver­mie­tung und Ver­pach­tung führte.

Fazit: Das Urteil betont die Bedeu­tung der ver­trag­li­chen Ver­ein­ba­run­gen zwi­schen den Par­tei­en, sofern die­se nicht deut­lich von den Markt­wer­ten abwei­chen. Das Gericht bestä­tig­te, dass eine Abwei­chung von weni­ger als 10% zwi­schen dem ver­trag­li­chen und dem tat­säch­li­chen Wert als akzep­ta­bel gilt. 

Quelle:Finanzgerichte | Urteil | FG Mün­chen, 12 K 861/19 | 31-10-2024