Erwirbt der Gesell­schaf­ter einer Per­so­nen­ge­sell­schaft einen Pkw, den er über­wie­gend für betrieb­li­che Zwe­cke der Per­so­nen­ge­sell­schaft nutzt, dann gehört der Pkw ertrag­steu­er­lich zwin­gend zum Son­der­be­triebs­ver­mö­gen. Umsatz­steu­er­lich sind Per­so­nen­ge­sell­schaft und Gesell­schaf­ter jedoch ver­schie­de­ne Unter­neh­mer. Das bedeu­tet, dass der Gesell­schaf­ter die Mög­lich­keit hat, einen Pkw mit Vor­steu­er­ab­zug anzu­schaf­fen, um ihn umsatz­steu­er­pflich­tig an die Per­so­nen­ge­sell­schaft zu vermieten. 

Nutzt der Gesell­schaf­ter einen Fir­men­wa­gen, den er an die Per­so­nen­ge­sell­schaft ver­mie­tet hat, auch für pri­va­te Fahr­ten, unter­liegt die pri­va­te Nut­zung des Fir­men­wa­gens der Umsatz­steu­er. Wird der Pkw nicht über­wie­gend betrieb­lich genutzt wird, ist die pri­va­te Nut­zung des Pkw mit dem Teil­wert (= den antei­li­gen tat­säch­li­chen Kos­ten) anzu­set­zen. Nutzt die Per­so­nen­ge­sell­schaft bzw. der Gesell­schaf­ter der Per­so­nen­ge­sell­schaft den Pkw zu mehr als 50% betrieb­lich, ist die pri­va­te Nut­zung des Fir­men­wa­gens pau­schal mit der 1%-Methode zu ermit­teln, wenn kein ord­nungs­ge­mä­ßes Fahr­ten­buch geführt wor­den ist. An der Zuord­nung eines Pkw zum Betriebs­ver­mö­gen ändert sich dadurch nichts.

Der Pkw gehört zum Betriebs­ver­mö­gen der Per­so­nen­ge­sell­schaft (= Son­der­be­triebs­ver­mö­gen). Bei den Auf­wen­dun­gen han­delt es sich um Son­der­be­triebs­aus­ga­ben, die bei der geson­der­ten und ein­heit­li­chen Gewinn­fest­stel­lung der Per­so­nen­ge­sell­schaft berück­sich­tigt wer­den müs­sen. Die Miet­zah­lun­gen an den Gesell­schaf­ter sind als Ent­nah­men zu erfas­sen, weil sie den Gewinn nicht min­dern dür­fen. Auf der ande­ren Sei­te sind sie dann auch nicht als Miet­ein­nah­men zu ver­steu­ern. Die Ergeb­nis­se bei der Umsatz­steu­er und Ertrag­steu­er klaf­fen hier weit auseinander.

Die erfor­der­li­chen ertrag­steu­er­li­chen Kor­rek­tu­ren sind zweck­mä­ßi­ger­wei­se im Rah­men des Jah­res­ab­schlus­ses vor­zu­neh­men. Die lau­fen­den Kfz-Kos­ten kön­nen und soll­ten aus umsatz­steu­er­li­chen Grün­den von der Per­so­nen­ge­sell­schaft über­nom­men wer­den, weil die Mie­te ohne Ein­be­zie­hung der lau­fen­den Kos­ten leich­ter in der zutref­fen­den Höhe fest­zu­le­gen ist. Über­nimmt der Gesell­schaf­ter die lau­fen­den Kos­ten, besteht das Risi­ko, dass die Min­dest­be­mes­sungs­grund­la­ge anzu­set­zen ist. Dann fällt die Umsatz­steu­er höher aus, ohne dass sie bei der Gesell­schaft als Vor­steu­er abge­zo­gen wer­den könn­te. Um den Vor­steu­er­ab­zug bei den lau­fen­den Kfz-Kos­ten sicher­zu­stel­len, muss aller­dings die Per­so­nen­ge­sell­schaft als Leis­tungs­emp­fän­ger aus­ge­wie­sen werden.

Fazit: Per­so­nen­ge­sell­schaft und Gesell­schaf­ter sind umsatz­steu­er­lich zwei ver­schie­de­ne Unter­neh­mer. Somit hat der Gesell­schaf­ter die Mög­lich­keit, einen Pkw mit Vor­steu­er­ab­zug anzu­schaf­fen, um ihn umsatz­steu­er­pflich­tig an die Per­so­nen­ge­sell­schaft zu ver­mie­ten. Nutzt der Gesell­schaf­ter die­sen Fir­men­wa­gen auch für pri­va­te Fahr­ten, ist unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen die 1 %-Metho­de anzu­wen­den. Umsatz­steu­er­lich han­delt es sich um einen Leistungsaustausch.

Hin­weis: Über­lässt der Gesell­schaf­ter einen Pkw, den er selbst ange­schafft hat, unent­gelt­lich sei­ner Per­so­nen­ge­sell­schaft, han­delt es sich hin­sicht­lich der unter­neh­me­risch beding­ten Fahr­ten um einen soge­nann­ten Gesell­schaf­ter­bei­trag. Die pri­va­te Nut­zung hat kei­ne steu­er­li­chen Aus­wir­kun­gen, weil die hier­auf ent­fal­len­den Kos­ten von vorn­her­ein nicht als Betriebs­aus­ga­ben abge­zo­gen wer­den kön­nen. Kon­se­quenz: Der Gesell­schaf­ter kann den Vor­steu­er­ab­zug aus der Anschaf­fung des Pkw nicht bean­spru­chen. Er ist näm­lich kein Unter­neh­mer im Sin­ne des UStG. Die Abgel­tung der Nut­zungs­über­las­sung durch die Betei­li­gung am Gewinn und Ver­lust der Gesell­schaft ist inso­weit kein ent­gelt­li­cher Vor­gang. Der Vor­steu­er­ab­zug aus der Anschaf­fung des Pkw schei­tert ins­ge­samt, weil auch die Per­so­nen­ge­sell­schaft die Vor­steu­er nicht gel­tend machen kann. Die Per­so­nen­ge­sell­schaft ist nicht der Leis­tungs­emp­fän­ger bei der Lie­fe­rung des Pkw gewor­den und damit auch nicht im Besitz einer ord­nungs­ge­mä­ßen Rech­nung, die den Vor­steu­er­ab­zug ermög­li­chen könnte.

Quelle:Sonstige | Sons­ti­ge | diver­se Quel­len | 07-12-2023